Warten

 

Warten, auf was?
Auf Glück in der Liebe oder im Spiel, oder auch nur auf bessere Zeiten.
So harrt der Mensch ängstlich, gequält von Gespenstern aus der Vergangenheit, auf eine lichtvolle Zukunft.
Anstatt das Gestern und all seine Hoffnungen fahren zu lassen.
Im Spalt dazwischen findet im Jetzt das Leben statt …

 

 

 

 

Warten ?
Nein.
Ich wartete zu lange.
Zu lange ertrug ich dein Leid,
zu lange das Leid der anderen.

Warten ?
Jetzt fordere ich ein !
Sieh genau hin.
Lass ab von jedweder Täuschung.
Lasse mich nicht mehr blenden.
Kümmere dich -jetzt….

Warten
auf ein Weiter-so ?
Wie bisher ?
Nimmer mehr.
Wachse, strecke dich,
gleich einer stolzen Zypresse gen Himmel.
Bewege dich
befreit…..

Daphne Amiri

 

 

 

 

 

Warten auf das Glück

Mit dem Warten auf das Glück
Hab‘ mein Leben ich versäumt.
Und, blicke ich zurück,
Erscheint Alles mir geträumt.

Am Ende des Weges, jetzt,
Wo mein Horizont zerbricht
Und Freund Hein sich zu mir setzt,
Plötzlich mich das Glück anspricht.

Ewig schon bin ich bei dir,
Ein Ja hätte mir genügt.
Deinem freien Willen hier,
Dem nur hab‘ ich mich gefügt.

HH

 

 

 

 

 

Ich warte auf ein Zeichen…

Du sagst, du weißt nicht,
was du für sie empfindest.
Das glaube ich nicht.

Du sagst, du kannst dich
jetzt nicht entscheiden.
Das glaube ich dir.

Du sagst, dass du noch
etwas für mich hegst,
sprichst nicht von Liebe

Ist das genug?

ba

 

 

 

 

 

wartend…

ein kalter Luftzug
durch die Einsamkeit der Wüste,
reißt die Pflanze aus
und zählt die Blüte

… unpaar …
und dazu ein Ton … laut …

die innere Unruhe
macht uns aber taub
und die Sonnenuhr
zeigt akademisch
weit über viertel nach …

DD

 

 

 

 

Dort an der Ecke,
dort stehe ich.
Seit Jahrgedenken
bin ich dort.
Im alten Mauerschatten.

In dieser Nische
harre ich ..
In Schnee und
tiefster Sonnenglut.

Einzig mir
als letzter Geist,
dein wunderbares
schönes Wort:

„Warte, mein Geliebter!“
So harr ich aus,
ich warte immer.
Hier im schattig Mauerbogen.

RM

 

 

 

 

Wartebank

Die besetzten Parkbänke voller Gram
Biegen nicht durch (von allein)
Egal wie lahmgelegt der Geist 
den sie bewahren
Jede einzelne Latte unterm…
und…
hinterm… Rücken
Starker Trost-Regen

Warum aufstehen
Das Aufsehen… schafft

Lieber verborgen
Vergraben die Sorgen
Aussitzen
Zeit und Bauch hochhalten
Hoffen….
Gottesgnade lacht

Mensch, der du alles hast…
tust nichts außer warten

CS

 

 

 

 

DAS WARTEN

In einer Zeit in der wir
Mehr hoffen als zu tun
Mehr glauben als zu beten
Und reden ohne zu wissen
Da freut sich der Teufel und tanzt
In einer Zeit in der wir
Mehr weinen als zu lachen
Mehr bangen als zu feiern
Und hören ohne zu versteh´n
Da freut sich der Teufel und singt
In einer Zeit in der wir
Mehr versprechen als zu halten
Mehr geben als zu nehmen
Und schauen ohne zu seh´n
Da freut sich der Teufel und grinst
In dieser Zeit in der wir
Uns verkriechen verraten verkaufen verlieren
Und fühlen was die Macht uns befiehlt
Da freut sich der Teufel und wartet
Denn
Die Früchte reifen von selbst

UH

 

 

 

 
Warten
Still steht die Zeit
Inne halten
Jenseits von Zeit und Raum
Verweilen, atmen
Ein Flimmern am Horizont
Luftig vibrieren
Auf samt weicher Haut
Rubinrot erwärmt
Lavaerde, soweit das Auge reicht
Inneres reinigen
Umspült vom Salz des Meeres
Tanzende Wellen
Zeit und Raum gespürt
Ein Schritt weiter
Bis ich
Erneut
Warte
Still steht die Zeit
Inne halte……

Daphne Amiri

 

 

 

 

Deiner harrend

Bin ich in diese Welt geworfen,
Dass wartend ich verzehre mich?
Muss ich selbst noch im Amorphen
Als Ätherklang begehren dich?

Ach, wie viel Zeit seines Lebens
Der Mensch ob deiner Liebe harrt?
Nur bleibt die Müh‘ vergebens,
Solange ihn der Spiegel narrt.

Illusionen aus Ängsten
Erschaffen auf Erden die Pein.
Nicht Gottes Arm ist am längsten,
Der Mensch hält durch Denken sich klein.

So harre geduckt ich im Loch,
Flehe und bet‘ um Erbarmen ;
Nur betäuben will ich mich noch.
Bräucht‘ jedoch mich nur umarmen.

HH

 

 

 

 

Fragen

Ich warte auf dich,
ängstlich und verletzt.
Warte auf dein Wort.
Wirst du mich meinen
oder die andere?
Bist du noch mit mir,
nach all‘ den Jahren
oder schon längst fort?

ba

 

 

 

 

am Ende …

ich weiß aber schon,
nicht das Blau ist frei am Himmel …

mal wieder
schreibt das Unbekannte
das et cetera in meinem Leben
und so kantet sich ab das Runde,
unaufhaltsam,

mit Buchstaben aus Rost
schreibt es langsam
auf getrockneter Rinde,
wie zart
das Edle im Warten
sich mit dem Finden verliert …

DD

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Leichtigkeit

 

 

Das leichte Sein

Bedingungslos sich Liebe zeigt,
Der Rest ist nur des Egos Spiel,
Das gründet nicht in Dankbarkeit.

Nur, wenn das Ego in mir schweigt,
Die Seele wieder fliegen will,
Erinnert an die Leichtigkeit.

HH

 

 

 

 

 

Erhebe dich,
wie eine Feder
vom Wind getragen
himmelsfreudig empfangen.

Versiegle deine Lippen
im Einklang
mit dem Herzen
sie fortan
sprechen werden.

Vergraben im Sand
die innere Sicht
mit der Seele
du fortan sehend wird.

Leicht, wie fliegende Fische
den peitschenden Wellen entgegen
Als Meeresschaum du neu geboren wirst….

Daphne Amiri

 

 

 

 

 

Während ich mir die Ohren zuhalte,
höre ich besser nach Innen,
sehe Antworten – auf nicht mehr grünen, doch weiten… gewesen-Wiesen,
vereinzelt ein Gelb das durch zu viel Sonne verschwindet, vertrocknet, zerkrümelt, zurück zum Sand zurück zur Erde.

Während ich die Augen schließe um besser zu sehen,
höre ich Deine Gedanken.
Fragen – und im Nebel der Geduld kein Erwarten.
Sprechen Möwen über Träume?

Du musst nicht groß & stark sein.
Viel besser fliegt es sich leicht.

Sei der Schöpfer deines Seins,
lass Dich nieder und schwebe
wie Federn im Wind.

CS

 

 

 

 

 

Wie oft
Wie oft wohl,
frage ich Dich still,
wie oft wirst Du gefragt?
Wie oft bleibt Dir Dein Wort allein,
ungesprochen, nicht gesagt.
Wie oft hörst Du dem Regen zu,
mitten in der Nacht?
Was hast Du alles durchgemacht?

Wie oft?
Wie oft war alles offen,
doch schnell auch wieder zu.
Wie oft im Bett gewälzt, schlafen ohne Ruh.
Wie oft hörst Du dem Regen zu,
mitten in der Nacht.
Rastlos, denkend immerzu.

Wie oft?
Wie oft betrachtest Du Dein Leben?
Alles fort und doch bei Dir.
Wie oft bist Du Dir einfach Du?
Wie oft?
Wie oft kommt Schicksal über Dich?
Drehend schwirrt die Münze
auf Glas, Kristall, das Du erschufst.

Wie oft noch wirst Du raten,
unruhig mitten in der Nacht?
So laut, ganz still, nach Liebe rufst.

Wie oft?
Wie oft doch kommt ein Engel her,
still und schweigend nimmt er Dich
leicht in seinen Arm.
Wie oft er Dich schon hielt.
Ohne Preis, frei jeder Harm.

Wie oft?

RM

 

 

 

 

Leicht schwebend

Hast du schon mal das Schweben verspürt,
Als die Blicke im Jetzt sich berührt?
Hast der vertrauten Stimme gelauscht
Und warst vom Klang allein schon berauscht?

Bist du in Einheit geschwungen zu zweit,
Kennst du die Dauer vergessener Zeit.

Wie wunderbar die Räume verblassen,
Universen verschmelzen wir lassen.
Und ganz leis‘ hört die Herzen man klagen,
Dass keine Schwingen höher uns tragen.

HH

 

 

 

 

 

LEICHTIGKEIT

So leicht wie heut´ war es noch nie
Den Menschen zu verwirren
Und auch
Ihm vorzuschreiben was er darf und soll
Als Bettvorleger in den guten Stuben
Verhindert Angst den tiefen Schlaf
Und kuschelt sich bis in die Herzen
Auf dass der Tag zum Alptraum wird
Als kleine Pflanze wird sie noch geduldet
Man kennt sich das verbindet tief
Gedüngt von Handlagern der Macht
Gewässert mit Versprechen
gräbt sie sich fest in jeder Ritze
Und wächst heran zum Ungeheuer
Das lähmt und dann gehorchen lässt
Ist denn die Leichtigkeit des Seins tatsächlich unerträglich wie beschrieben?
Ist denn der Mensch zum Knechte nur gebor´n?
Was wäre wenn er Flügel hätte würd´ er sie stutzen gleich am ersten Tag?
Den Strick gar selbst noch gern bezahlen mit dem man ihn zum Schlachter führt?
Die Antwort darauf wird die Zeit uns lehren
Mal sehen was in den Büchern wird geschrieben
Wer wen zu viel gefüttert hat
Und wer am Ende hungern wird

UH

 

 

 

 

Leicht

Immer wieder Wolken über uns,
strotzend dem Gebot der Schwerkraft.
Weiß und machtig sich ertürmend,
manchmal schwarz, grau niederträchtig.

Ziehend über uns in Leichtigkeit

Mir, so Dir, sind die Gedanken.
Liebend innig, in Wolkenwehen weit entfernt.
Leichtigkeiten sind dort entkernt,
wo Frucht uns einsmal war und wird.

Es zieht um uns die Leichtigkeit der Ströme.
Wagend hin zum andren Stern.

Ziehend über uns in ruhigen Schweben
webend Wolken voller Schwerter.
Trotzend aller Dinge, kalt brutal in Schärfe,
wartend nur, das Du denn bist der Werfer.

Der Kampf allein ist nichts,
wenn einzig nur zum Kampf geführt.
Ist er herzbebend ausgeführt, können sich
weißmächtig hohe Wolken bilden.

Ziehend über uns in Leichtigkeit
Und Engel finden neuen Platz.

RM

 

 

 

 

 

Leichtigkeit …

die Leichtigkeit beginnt mit berauschendem Tanz,
im Mondschein kommt die Pupille zum Ohr,
noch grün verliert der Sommer an Substanz
und Traumdüfte trinken die Nächte langsamer…

die Erde hofft verwegen, in getrockneten Krusten
saugen gesäte Samen die Substanz schneller,
die Pupille sieht die Gedanken verspielt, wirft Blicke zu
und die Leichtigkeit endet im carpe diem …

DD

 

 

 

 

Zarte, azurblaue Winde
wehten duftende Rosenblätter
auf seiden blauen Teppichen
und tanzend mit Schamesröte auf den Wangen
schwebte sie
türkisfarben verhüllt
durch Gemächer,
in Windeseile einverleibend.

Daphne Amiri

 

 

 

 

 

Leichter lieben

Vergessen ruht die Leichtigkeit.
Die Form, oh Gott, sie drückt so schwer.
Nur manches Mal, von Zeit zu Zeit
Verliebt sich dieser Körper sehr.

Dann schwebt er fast vor lauter Glück,
Möcht‘ gar sich gern erinnern.
Wie war das noch, denk‘ ich zurück,
Heldenhaft unter Gewinnern?

Das Leichte im Vergessen ruht,
Dass Wissen es nicht finden kann.
Nur, was der Mensch aus Liebe tut,
Erhöht sein Schwingen dann und wann.

HH

Wege

… wie die Wege, stammen wir aus der selben Quelle und wie die Wege, führen uns Raum und Zeit der Quelle zu.
Im ewigen Kreislauf durchwandern wir Leben für Leben auf der Suche nach uns selbst und nach dem, was unsere Seele erbittet …

 

 

 

Wieviel Philosophie sich um die Wege kreist.
Während Wege von uns als gerade
und nach vorne empfunden werden.
Obwohl wir sie nie einhalten können,
wie sehr wir uns dies auch vornehmen.
Ein Weg, ein Ziel, ein unbeschilderte Gabelung.
Und schon hat es sich.
Schon gilt es wieder , sich neu zu orientieren.
Wieder werden sich Wege auftun.
Wie wäre es wohl, wenn alle Wege dieser Wege zusammengefasst würden, gefüllt mit den Ideen
all derer Menschen, die Wege gehen wollen?

RM

 

 

 

 

der Weg …

ein Weg, der viel zu lang ist,
eine ewige Zeit kommt,
dass sie kommt, das wusste ich …

jeder Schritt, das schmerzt,
das Leben, wie eine Kerze,
nur die Nacht ist ohne Wind …

in unerreichbarer Ferne,
da sehe ich dich,
viel zu weit dieser Weg für mich …

DD

 

 

 

 

 

Viele Wege folgen den Bongos, und…

Irgendwann muss man sich von etwas geliebtem trennen –
Irgendwann spielt an beliebten Orten kein Schmeichel-Ton (mehr)
Jedes Gefühl wird irgendwie vergehen.
Irgendwie klettert Moll und Dur von der Leiter.

CS

 

 

 

Alle Wege

Egal wohin der Weg auch führen mag,
Es sind keine Fehler zu bedauern.
Nur stets dem Ego folgen, Tag für Tag,
Läßt die Seel‘ am End‘ das Sein betrauern.

Es führen alle Wege nur ins Nichts,
Weil dort alle Wege sind entsprungen.
Und bricht die Spiegelwelt im Schein des Lichts,
Ist Hoffnung und auch das Leid verklungen.

Alle Wege in die Irre führen
Es gibt kein Wollen oder Müssen.
Deinen Körper, nur die Wärme spüren,
Dir liebkosend Haut und Lippen küssen.

HH

 

 

 

Vertrauen

Im Jetzt
In Luft und Liebe
Fern der Wegmarken
Bin ich.

ba

 

 

 

 

VerWegen

Im Dickicht, im Morast,
in jenem trostlosen Dämmerlicht,
rannte ich rastlos,
mir meiner nicht gewahr
lauschte verWegen den Stimmen,
die sich von solch Untriebigkeiten nährten.

Umgeben
vom Nebel der Verzweiflung,
bar jeder Hoffnung,
den Kräften geraubt,
zog ich im Dickicht umher, verWegene Worte waren meine Begleiter.

Alsdann sah ich die Weite,
in ein Meer von Lichtern getaucht,
und andächtig
wandelte ich,
VerWegenes mir gewahr,
auf blauen Pfaden.

Daphne Amiri

 

 

 

Wegzehrung

Wieviele sind ihn schon gegangen
Den Weg
Von dem so keiner wirklich weiß
Wohin er führt

Mal scheint er breit fast leicht
Dann wieder dunkel eng und kalt

Man sagt der Stein der Weisen
Er läge doch auf jedem Pfad
So wie in jedem Garten
Die Bäume der Erkenntnis steh´n

Doch wer erlangt schon die Erleuchtung
Und hat er sie
Was fängt er Gutes damit an

Ist glücklicher vielleicht der Dumme
Der gar nichts wissen will noch kann
Der Vögeln lauscht und sich dran freut
Dass sie dem Menschen Wohlgefallen
Fragt ihn dann einer nach dem Tod
So lacht er
Was geht mich das an
Er kommt und ich werd´s merken dann

Beneidenswert schon fast die Worte
Für den der Schwermut in sich trägt
Und dem am Ende seiner Zeit
Versäumtes schwerer wiegt als Lust

UH

 

 

 

 

Kein Weg ist fern

alles nur Dreck.
Fort die Gedanken,
in denen die Maden
sich wühlen durch Speck.

Längst nichts mehr da,
um sich drum zu kümmern,
alles gefressen von
hochnoten Würmern.

Rauf nun aus Boot,
das Letzte aufs Deck.
Rein in die Rahen,
am Segel kein Fleck

Hoch sind die Träume,
das Segel ist straff,
weg von der Küste,
dem dunkelen Haff.

Weit nun ins Weltmeer,
weit nur hinaus
dort oben die Lichter,
sie fordern heraus.

Hin zu Gestaden,
die niemand nur kennt,
am hellsten der Stern,
der mit mir verbrennt.

RM

 

 

 

 

Des Lebens Pilgerschaft

Der Pilgerweg der Menschheit
Führt auch durch dunkle Gassen.
Und dann wieder hell und breit
Auf ausgebauten Straßen.

Manchmal, der Weg nur krumm erscheint,
Die Angst ist oft jedoch im Spiel ;
Ist dieser Weg für mich gemeint,
Führt wirklich dieser Weg zum Ziel?

Dabei sind alle Lebenskreise
Eine Fahrt nur auf der Achterbahn.
Je Runde eine neue Reise,
Zugeschnitten auf den Seelenplan.

Des Lebens Bühne ist ein Spiegel nur,
Der die Rolle mit meinem Spiel abgleicht.
Lerne lesen ich und folge der Spur,
Ein göttlicher Mime sein Ziel erreicht.

HH

 

 

 

 

Lebensspur

Wege kommen mir entgegen,
strecken sich vor mir aus,
erwarten mein.
Still halte ich inne,
folge der Libelle
und Akelei.

Aus jedem Schritt wächst der nächste,
zögernd im Schmerz oder
leichten Fußes,
streife ich in Regen und Wind,
auf meiner Lebensspur,
die längst gelegt.

ba

 

 

 

Und so floss ich
träge, brackig mein Wasser,
immerzu im wohlbekannten Bette
auf die gleiche Weise
dieselbe Reise.

Ach, wie beneidete ich den Wind,.
frisch und frei
kam er geschwind,
wühlte es auf,
mein träge fließendes Wasser
und lud mich ein
mit ihm
von dannen zu ziehen.

Und so übergab ich mich dem Wind,
der mich leicht und mühelos aufnahm
bis er sich verfing
an der Spitze eines Berges.

Und dort droben,
die Weite mir so nah,
begann sie,
meine neue Reise,
in sanfter Kühle floss ich weiter,
neue Wege bahnt ich mir.

Daphne Amiri

 

 

 

 

Wege …

ja, über raue Pfade
gelangt man zu den Sternen,
auf Wege
kommend aus dem Nirgendwo …

Wegsteine erzählen,
wie schnell, wie sanft wir gehen,
wie freudevoll unsere Schatten
uns begleiten,
wie einsam unsere Spuren …

in der Sehnsucht gefangen,
nach unseren Wegen,
die Richtung vor unseren Augen
und hinten glimmt das Vergangene …

DD

Vergebung

… Und vergib uns unsere Schuld,
Wie auch wir vergeben….

Erlangen wir Vergebung erst, wenn wir allem Anderen vergeben haben, allem außer dem Gewöhnlichen, dass wir als störend empfinden und dass wir nicht akzeptieren können ?
Oder kann ich allem vergeben, wenn ich lerne, mich mit all meinen Stimmen selbst zu lieben ?
Kann ich dem Ego, das andere benötigt, um sich zu nähren, vergeben ?
Vergebung-ein vielschichtiges Themenfeld, dem wir uns mit unseren Beiträgen versuchen anzunähern.
Möglicherweise findet Ihr, liebe Leser euren eigenen Zugang zur „Vergebung“.

Lasst euch inspirieren !

 

 

 

 

Vergebung

Nur ein Ton
Himmelblau
Unverhofft
Im Weinen
Weich bewegt

Im Luftzug
Schwerelos
Flügelweit
Atmet schon
Das Weiter

ba

 

 

 

 

Schuldlos

Vergib mir mein Walten,
Unbewusst ich säume.
Sei nicht ungehalten,
Noch immer ich träume.

Ich wandle nur schlafend
Dahin auf der Kruste,
Und du blickst so strafend
Obwohl ich nichts wusste.

Ein Leben in Ohnmacht
Ist hier mir beschieden.
Ist ein Täter erwacht,
Bestraft ihn hienieden.

HH

 

 

 

 

Fair-Geben

Schau mich an und ich dich, fair
geben wir uns Blick für Blick
Geben fair, du und ich
Schau
Wie ich, und du, ja das kann es geben, fair geben, gäben uns die…
Fähren überqueren Seen, wo Meer auch, oder Strom…, fließt
fließe, oder… gib… oder…

Vergebe , Fair

CS

 

 

 

 

Vergebung

Dir vergeb ich, reines Herz.
Reine Liebe, Dir alleine.

Gerne nehme ich
den Schmerz.

Rollend Donner und Gewitter.
Marschierend durch das Leichenbitter,
nehm ich Dich an meine Hand.

Hinaus auf grüne Wiesen gehend
vertrau ich Dir mit festem Schritt,
laufend durch des Traumes Land.

Wissend fühlend, frei von Schuld.
Vergeben wir, verzeihen wir.
Frei von fernen alten Sorgen.

Losgelöst des Herzens Schmerz,
ganz in Liebe und Geduld.

Mea culpa!

RM

 

 

 

 

Solche Melodien,
die wohlmeinend urteilen,
sagen, was richtig sei,
in welche Gefilde ich mich bewegen soll,
gar bewegen werde,
die meinen, Zukünftiges vorher sehen zu können,
immerzu negativ gefärbt,
wenn, ja wenn….

Jenseits solcher Selbstüberhöhung
ist’s nun still in mir.
Und auf meiner Reise
am Rande meines Wegs
höre ich sie leise,
Stimmen,
mich wohlwollend begleitend,
sich selbst genügend.

Drum lasse ich sie ziehen,
solcherlei Melodien,
und lerne
mich selbst zu lieben
und in eigener Bestimmung
Solchen
zu vergeben.

Daphne Amiri

 

 

 

 

TRUGSCHLUSS

Gefangen in Gedanken deiner Ahnen
Zerfrisst dich Geschichte die nicht deine ist
Fühlst du nie Erlebtes
Hasst du
Weinst du
Verzweifelst an Unvorstellbarem

Geblendet vom Licht der Rache
Rennst du im Würfel der Erinnerung gegen Wände
Tobst du
Weinst du
Liegst am Boden
Und suchst Gründe deiner Machtlosigkeit
Anstatt den Mut zur Vergebung
Anstatt Freiheit

UH

 

 

 

 

Entschuldigung

Als Mensch dieser Breiten
Kenn‘ ich schlechte Zeiten
Nur vom Hörensagen.

Dass sterben die Kinder
An der Mast der Rinder,
Müsst‘ ich hinterfragen.

Was die Werbung verspricht
Steht mir gut zu Gesicht,
Macht mich konsumbereit.

Dass die Welt leidet Durst
Ob der billigen Wurst,
Bin ich von Schuld befreit.

Ich kann es mir leisten
Und mach’s wie die Meisten,
Ich still‘ mein Verlangen.

Ist alles ruiniert,
Werd‘ ich dann ungeniert
Vergebung erlangen?

HH

 

 

 

 

Der Oelzweig

Meine Hand offen,
ein Messer blitzt auf.

Im Wüten
verletzen,
Enttäuschung
verbissen,
stürzt hinab
ins Dunkel.

Ich seh‘ uns
verzweifelt,
in Liebe
und Gestrüpp .
Schmerzverirrt
beug‘ ich mich.

Meine Hand offen,
reicht dir den Oelzweig.

ba

 

 

 

 

Erbarmen …

um das Gewissen aufzurichten,
zu trösten,
gegen den anderen in Klage,
entfremdet sind wir vom Eigenen
durch den Schatten der heilsamen,
schützenden Wut …

so lasse jeder jeden los
in Vergebung
und vor Recht in Gnade …

wer urteilt?
wer hat Erbarmen?

ja, vielleicht gab es wirklich
fünfzig Leute in Sodom,
die kein Unrecht getan haben …

und es flüstert uns zu,
wenn die Last uns leicht sein wird:

jede Kleinigkeit
wiederholt sich im Großen
und jedes Große im Kleinen …

DD

 

 

 

 

Erinnerungen

 

Erinnerungen sind Lichter, die uns den Weg beleuchten, den wir schon gegangen sind …
eingeprägt und begleitend, zeigen sie uns mehr als wir erwarten …

„ … wo viel Licht ist, ist starker Schatten“ … J.W. von Goethe

„man wacht auf und denkt an gestern … das Schöne daran ist die Erinnerung, das Schmerzhafte ist das Wissen, dass es vergangen ist.“ – David Levithan

 

 

 

 

Erinnerungen

Fragmente,
wirbeln verzerrt umher,
nagen an mir,
ziehen mich in Abgründe,
um gleichsam
leuchtend, schillernd
in mir aufzublühen,
mich zeitlos
in ein golden azurblaues Haus zu tragen
aus dessen reichhaltige Gaben
ich Heute
speisen darf….

Daphne Amiri

 

 

 

 

Könnt‘ ich mich erinnern

Ach, könnte ich erinnern mich
An das Wissen in den Zellen,
Ist doch gespeichert innerlich
Die Weisheit der Organellen.

Doch eingepfercht in ein Korsett,
Mit engem Denken, enger Sicht,
Erscheint die Welt und ich komplett,
Das große Ganze zeigt sich nicht.

In besonderen Momenten
Durch die Membran ein Funke bricht
Und aus dem Transzendenten
Gott mit der Materie spricht.

Auch, wenn ich mich erinnern könnt‘,
Könnt‘ ich nichts davon berichten.
Dem Verstand ist es nicht vergönnt
Gottes Willen zu belichten.

HH

 

 

 

 

 

Erinnerungen leuchten…

Sie führen mich fort
Durch Nebelschwaden

Über heißen Sand
Im Regen genässt

Und sturmverbogen
Leuchten sie von fern

Mit süßem Geschmack
Tropft noch Beerensaft

Auf dem Moosteppich
Zittern wir in mir

ba

 

 

 

 

Erinnerungen
Die einen vergoldet, die anderen verbannt

Emotional überladen ist nicht jede Erinnerung
Manche hängen am Faden versprühen keinen Liebesduft… mehr
Farben übermalt
Gebeutete Schwere verschmiert Dunkelrot fast Blau wo mal zart Rosa
Heute kein Schimmer scheint… mehr

Und die anderen wie bleifüssige Veteranen – in Fotoalben auf dem Dachboden – feiern jede Träne, ein Sieg der Nostalgie.
Und wiederum welche, die mit den Sternen vernetzten, die zum Leben erweckten, allein ein Gedanke, ein Geruch, ein Ton, bestimmter Geschmack, vielleicht…bestimmter Lippen, vielleicht ein besonderer Wein, ein bestimmter Ort, der Wind weht durchs Haar, ganz da, von allen Sinnen erfasst… genau diese Erinnerungen machen uns zu Gefangenen, oder zu Freigeistern der Phantasie.

CS

 

 

 

 

 

Über Deine alten Felder

Ferne mahnt in jedem Schritt.
Blick gesenkt folgt Tritt an Tritt.
Es läuft ein Schatten neben mir.
Das was noch ist in meinem Herzen.
Golden fahler Rest von Dir.

Herzschlagnah Dein Sein in mir.
Kälte schlägt mir meinen Atem
wehend weiß wie Träumers Tuch
feucht befremdlich ins Gesicht.

Kühl vernebelt, Sonnenschein.
Raben, schwarz, laut kolportierend.
Stelzend ihrer Fremdlichkeit,
ihrer Art, dass Licht zu rauben
dunkel schreitend wohl bewußt.

Im Alleine, Sturmgewehe.
Rauschend wird mein Erdensein.
Schaue still dem dunklen Tage,
voller Ahnung zweifelnd zu.
Du, nur Du bestimmst das Jetzt,
hier alleine einzig Du.

Weiter treibt mich schwarze Lust.
Dich verlierend, weit entfernt.
Voller Wehe miss ich Dich.

Schmerz und Lava in den Venen,
sprengt es mir die kalte Brust.
Einmal noch Gewichte wiegen,
Gold verschüttend bei Dir liegen.

Du, nur Du, alleine Du.

RM

 

 

 

 

Erinnerungen dunkeln…

Sie führen mich zu dir
Über Steine gestürzt

Im Moor versunken
Tastend im Dunkel

Mit Schuld beladen
Über‘s Scherbenfeld

Vergebung suchend
Mit Blick über‘s Meer

Tauche ich hinein
In deine Tränen

ba

 

 

 

 

Das Heulen des Windes

Mit jedem Schritt in unberührtem Schnee
Mit jedem Atemzug der kalten Luft am Morgen
Mit jedem Blick
Weit übers brache Feld
Hin zu den kahlen dunklen Bäumen
Denk ich an jene Augenblicke
Die uns das Leben hat geschenkt

Geprägt von Sorge war die Zeit
Vom Wissen
Es liegt nicht in unseren Händen
Ganz gleich wie oft wir weinten tobten schrien
Entschieden war es längst bevor wir uns einst trafen

Vielleicht ist tief in deinem Herzen
In einer Ecke Platz für mich
Gemütlich ist es dort und warm
Und dann
Wenn´s still und dunkel ist
An diesem Ort an dem du heute wandelst
Dann schau in den vom Sturm getrieb´nen Zeiten
Einmal zum Firmament und denk an mich

UH

 

 

 

der Traum …

meine Seele war so müde,
so verletzt
und versteinert blieb mein Lächeln …
Rosenblätter streutest du darüber

ich pustete den Staub
von der alten Uhr
und nichts blieb übrig,
nur mein der Augenblick …

in meiner Erinnerung
auf dich warten
werde ich immer

und fürwahr,
dies wird werden
der schönste Traum …

DD

 

 

 

 

Nostalgie

Hinter dem seiden-blauen Tuch, das du dir lasziv leicht über den Kopf zogst,
ohne es fest zu zurren, am Halse fest zu binden
entsprang aus Mutter Erde erfrischendes, azurblaues Quellwasser
und in deinen grünen Augen spiegelte sich der Paradiesgarten aus längst vergangenen Zeiten……

Auf den seiden blauen Nainteppichen drehtest du dich frei atmend, beschwingt im Kreise
und in deinen feinen gleichsam kraftgebenden Bewegungen
spiegelte sich der längst vergangene Duft aus Rosenwasser und Kardamom.

Und an einem rauschenden Gebirgsbach fließt sie vorbei, zum Greifen nahe, die Nostalgie.
Doch halt ein ! Werde Ihrer gewahr und rufe aus,
die Worte der Sehnsucht, die dein Herz schon zu lange plagt.

Daphne Amiri

 

 

 

 

 

Das Licht von Gestern

Wo Raum und Zeit verknotet sind,
Die Erinnerungen treiben
Gedankenblasen gleich im Wind,
Die mit mir verbundenen bleiben.

Suche ich nun mein altes Ich,
Finde ich geschönte Daten.
Freudig erinnere ich mich,
Wieviel besser wir es hatten.

So bleibt die gute, alte Zeit
Ein Lügenmärchen immerdar.
Bin für die Zukunft ich bereit,
Jetzt die beste Zeit schon immer war.

HH

 

 

 

 

Erinnerung …

ich wusste nicht,
dass es so lange dauern kann,
oh Schmerzen, ihr seid so geschickt …

weder Hoffnung noch Zuversicht
konnten mich finden,
himmelwärts verdampften sie empor
und nur ein Wunsch
blieb in meiner Seele eingebrannt
als eine Erinnerung:

als Fremder,
an einem Sommerabend aufzuwachen,
zwischen Wäldern und Felsen,
wo mannigfaltige Felder
sich im Hauch des Abendwindes regen,
die Leichenblässe leuchtet wie der Mond,
Regen beweint die Weide
und kühlt meine Wangen …

ich folge der Spur der Nymphe …
das Kind
setzt langsam seinen Wasserkrug nieder.

DD

 

 

 

 

 

 

 

Leidenschaft und Liebe

In diesem Monat wenden wir all unsere Kraft dafür auf, um nichts als Liebe und Leiden-schaft zu säen, zu pflanzen. Mögest du, wachsamer Leser, mit nur einem halben Atemzug den Duft, den unsere Zeilen versprühen, genüsslich, mitunter nachdenklich, aufsaugen.

“ … wenn der Mensch des Äußeren beraubt wird besteht Hoffnung,
wie im Winter, dass ein neuer Frühling sich entwickeln wird …
das Leben ist kurz wie ein halber Atemzug – pflanze nichts als Liebe.“

frei nach Dschalāl ad-Dīn ar-Rūmī  (1207-1273)

 

 

 

Wärme
sickert hindurch,
bäumt sich erhitzt auf,
mäandert,
durchströmt in Kaskaden,
strahlt heraus
und gebiert
aus den tiefsten Seelengrundschichten
Liebe.

Daphne Amiri

 

 

 

 

 

Ich brenne

Neues ruft
Lockt im frischen Wind mit Weite
Alles kann
Ich setze zögernd die Füße
Im Gepäck
Liebeszeichen aus Jahrzehnten
In Träumen
Folge ich verwehten Spuren
Und brenne

ba

 

 

 

 

Dennoch ist es Liebe

Auf dem Schlachtfeld der Liebe
Krümmen sich verletzt Seelen,
Getriebene der Triebe
Selbst kleine Kinder quälen.

Und dennoch ist es Liebe,
Die Schmerzen nur bereitet.
Es helfen keine Hiebe,
Wird Beten fehlgeleitet.

Um den Willen der Liebe
Entbrennt täglich Schlacht um Schlacht,
Wenn ich von Freiheit schriebe,
Auch von des Stärkeren Macht.

Alles bewegt die Liebe,
Auch den atomaren Kern.
Je länger es so bliebe,
Desto heller strahlt mein Stern.

HH

 

 

 

 

 

Über die Liebe

Wenn jeder hätt´ ein Stückchen Liebe
Was er verschenken könnte wie´s ihm passt
Grad´ jetzt
An eine Seele die es braucht
In dem Moment wo man sich trifft
Sie wär´ unendlich
Hätte Flügel
Und niemand spräche mehr von Angst sie zu verlier´n

UH

 

 

 

 

 

die Liebe …

ich werfe in den Wind
eine Hand voll Korn
und ein wunderbarer Takt des Herzens
pocht mir zum Tanz …

es kribbelt der tiefe Blick
bis zum Ende meiner Augen
und ich weiß von der Geduld,
die mich umhüllt …

die Liebe ist kein Boomerang,
vielleicht
wie ein Zeitlupenflug
durch das Chlorophyll des Grases …

DD

 

 

 

 

Im Herzen Dir
und nur für Dich

Im Hin und her,
der Sinne ledig.
Eben noch ist Kindgebrüll.
Dunkelnd morgen oder heute
klingt uns dumpfer Grabgesang.

Ewig unser weites Werfen
aller unsrer kleinen Wünsche.
Fern der Stern im Weltenklang.

Suchend fluchend in den Resten,
die verkohlt und faulend warten.

Nichts mehr hier als Sternenhimmel.
Alles ohne Name, Rang.
Bitterkeit in grauen Wolken.
Traurig ist des Tages Gang.

Lass mich Dir ein Windhauch sein.
Erdenrund in Wolkenlicht.
Diese Zeilen nur für Dich.
Voller Liebe Wege tretend.

Lang. Ganz lang…..

RM

 

 

 

 

 

Leiden-schaft

Blickst mich sanft und hingegeben an.
Deine Hand läuft schonend
beinah unmerklich
über
meinen Arm
meinen Nacken
meinen Flaum.
Meine Sinne beben
als deine Hand
die Knospe der frühen Blüte
berührt,
sie verführt…..

Und doch
wiederholtest du nur
Geübtes,
blicktest in
Gewesenes,
um immerzu
dem Rausch der Lust zu verfallen
der Begierde zu gefallen,
um dann
in tiefer Verzweiflung
der Liebe hinterher zu jagen.

Daphne Amiri

 

 

 

 

Roter Steg

einst leuchtete er rot
doch schon lang ist’s her
auf ihm taumelt mein Herz
heut‘ ist’s mir so schwer

nach glühenden Nächten
vereint in den Sternen
wurd‘ es plötzlich Meins
Einsamkeit zu lernen

doch ach in der Stille
aus Schmerz geboren
spür‘ ich deinen Atem
nichts ist je verloren

ba

 

 

 

 

 

Unsterblich verliebt

Dein holdes Gesicht
In meiner groben Hand,
Strahlt wie ein Gedicht
Aus einem Lyrikband.

Von Liebe zart umkränzt
Dich in den Armen wiegen,
Dein Mund sich mir kredenzt,
Mich küssend anzuschmiegen.

Bin tief in Dich gesunken,
Als endlich wir vereint.
An Tränen fast ertrunken,
Die Anubis um sich weint.

HH

 

 

 

 

Herzaufgang

Dort wo der Himmel die Erde berührt
Ganz fern von hier am Horizont
Wo Sehnsucht rastet auf dem Weg zur Welt
Und die Farben der Nacht die Gedanken verzaubern
Da schläft ein Herz ganz tief und still
Und nur die Liebe kann es wecken

UH

 

 

 

 

Deine Lippen
berühren meine
sacht und sanft.
Es zittert mich.

Wir ergründen uns vorsichtig,
umsichtig.
Wie zerbrechlich wir zu sein glauben.

Unsere Hände,
unsere Finger
spielen umeinander,
Leicht wandeln wir auf sonnenbeschienenen Wegen.

Wir lassen
unsere Liebe fließen…
So frei
Weite einverleibend.

Fortan will Sie uns
gegeben sein.

Daphne Amiri

 

 

 

 

 

schwarz-weiß …

schwarz-weiß ist die Nacht,
die zeigt und erwacht,
die glüht und kühlt,
in jener… ah… und in mancher…

jeder Horizont so unklar
und mysteriös,
man ahnt nur,
wohin man geht …
ah … was soll’s …
schwarz-weiß ist die Nacht …

ja die,
bei jener Glut
kein Schwarz … kein Weiß…
bei der man atmet wie das Meer,
aller Gezeiten gleich

die?
die wie das Meer
dunkel und salzig wogt?
die im Mondlicht leuchtet
im hellen Weiß?
jene mit dunklen Tiefen,
die in der Weite
den Himmel küsst?

ja die,
die am Horizont vorbeizieht
und der alles gleich,
egal wie schwarz, egal wie weiß,
ja die,
wie du, wie er, wie sie …

ja … für jene
leuchten die Sterne …

CS & DD

Kälte

 

Wie Schneeflocken fallen Gedanken – schmelzen
Erinnerungen tauen auf doch lassen uns frieren
Also zieht Euch warm an und begleitet uns auf der Reise in die KÄLTE –
unser Thema im Monat Februar …

 

 

 

Kälte

Stille ist ganz still.
Elektrisch kalt.

Dick die Decke festen Wassers.
Es wird gestorben und erfroren.

Der Herrscher, er ist da.
Kristallen seine kleinen Schwerter.
Ruhend ist uns alle Luft,
dem Tode ähnlich weißer Wald.

Nichts mehr regt sich,
im Panzer still erstarrt.
Glatteis, frierend freuend.
Vögel fallen tot vom Himmel.

Kaiser Kalt regiert.
Stahlblau seine Klinge.

RM

 

 

 

 

Warum ist die Welt so kalt?

Kalt und kälter dünkt es mir
Wird es in der Welt, zum Hohn.
Aufgeheizt nur von der Gier,
Liegt kein Ausweg im Talon.

In den Katakomben tief
Lange gärt die alte Schmach.
Unvergeben sie stets rief
Wut und Ängste wieder wach.

Wer verzeiht, den Nächsten liebt,
Gibt sich gegenseitig Halt.
Weil sich selbst niemand vergibt,
Darum ist die Welt so kalt.

HH

 

 

 

 

 

Die Nachricht

Sie kommt aus der Kälte
im klinisch Weiß,
schneidet den Tag entzwei.
Die Momente einst
lieblich und rein, fliehen
In den Schatten.

Aus vereisten
Befunden festgezurrt,
kriecht Verzagtheit.
Der blutige Säbel
über dem Kopf,
tropft von Schwäche und Tod.

Und draußen klingt
ein Lachen des Kindes,
als Geländer
durch das Ungeheure,
zu erreichen
die hängenden Gärten,

hier oder dort.

ba

 

 

 

 

Unwarm

Kalt ist nicht mehr,
nur ein fehlen von warm,
bisschen unter lau
Kalt hält fest,
scharfkantig und klar,
Was und Wie verschmilzt
Noch kälter ist die Starre im Mondlicht,
wenn kein Nachtigall mehr… und kein Kauz…
Doch am kältesten ist,
wenn eine Lunette in zwei zerbricht

Der Tag kann nichts dafür
Die Kälte kam über Nacht
Von drüben…
rüber und… bat
Bleibe! Suchend, bleibe…
lau, frier‘ nicht ab

Ein bisschen Kälte bleibt immer…
immer etwas nah bei warm.

CS

 

 

 

 

KÄLTE

Der Seele stummer Schrei verhallt im Nichts
Die Augen milchig
Undurchsichtig
Der Gang gebeugt doch gnadenlos
Die Hände reichen keinem ein Stück Brot
Ganz langsam schleicht sie sich heran
Das Herz ahnt früh den Plan wohin die Reise geht
Doch glauben mag es niemand

Man ist sich selbst schon lang nicht mehr der Nächste
Die Mühlen stehen still
Verrostet mitten im Gebet
Gefühle gut getarnt
Jetzt Diener der Zerstörung
Profit und Macht mit Neid vereint
Das Dreigestirn des Untergangs

Die Kälte friert sich durch das Land
Zersprengt – vereist die letzten Feigen
Die Mutigen sind längst gefloh´n
Der Kampf hat sich nicht mehr gelohnt

Ganz tief versteckt im Wald
Wohnt eine alte Frau
Sie wird den Winter nicht mehr übersteh´n
Am Feuer wärmt sich eine Katze
Sie schnurrt
Und träumt im Schlaf von wilden Blumen

UH

 

 

 

 

Kälte

Mir selbst fern, unnahbar,
mich ergreift’s,
mich be-greift’s,
des Welten-Schmerz
mich verzerrt’s
an Leib und Seel‘.

Drum sehne ich herbei
in diesen grauen Tagen,
deine Wärme
oh Mutter Erde.
Mögest du mich umhüllen,
mir Trost schenken,
des Welten-Schmerz und Kälte
wärmend aufnehmen
und Schönheit neu gebären.

Daphne Amiri

 

 

 

 

ich sah zu …

wenn sie fallen,
tun sie manchmal so,
schwören wahr zu sein
und schweben mit der Brise …

kommen um zu spielen,
die leuchtenden Kristalle,
kommen um zu tanzen,
wie könnten sie jemals verblassen?

in dieser Kälte,
ihr und ich,
kommt, tanzt für mich
und bedeckt meine Augen …

und jedes Mal blind
sah ich zu,
wie sie im Frühlingsregen schmolzen …

DD

 

 

 

 

König Eisherz

Ein eiskalter Hauch gefriert
Die ungeweinten Tränen,
Aus denen der Hass gebiert
Monster, die Mensch sich wähnen.

Als Unmensch führt er Regie,
Bringt die Trauer in die Welt,
Bis durch der Liebe Magie
Auch die letzte Träne fällt.

HH

 

 

 

 

Manchmal

Manchmal stehe ich
Auf Schneehöhen
Atme Schönheit ein
Glück und Flockenweich
Atme Liebe aus
Dank und Staunensreich

Bis dein eisig Wort
Mich gefrieren lässt
Stille frostet hart
In alten Schrunden
dann ohne Wille
in dunklen Runden

ba

 

 

 

 

In der Kälte Eispalast

Hier glaube ich,
hier halte ich
dich mit alten Händen,
rissig, wie sie sind.

So viele Steine, die ich trug.
Doch jetzt hier,
im grellen Funkeln
halte ich nur Dich.

Werfe Dich ganz hoch
und fang Dich wieder auf.
Durch den blitzend Splitterregen
tönt Dein Lachen hell und klar.

Bös und bitter, durchgefroren.
fällt der Regen, wird zu Eis.

Harter Rücken, all die Zeit.
Doch mit Dir wird Frost gebrochen.
Trotz der Kälte, schmerzend weiss.

Nah bist Du, so nah bei mir.
Lernend schreitend durch Paläste,
alles glitzernd uns gebaut,
spiele ich mit meinem Leben.
Schnell geht es und ich bin tot.

Spiegelnd kalte Seelenbilder.
Du bei mir, Du hältst mich warm.
Hier im Minus, Atemhauch.
Du bei mir, ich friere nicht.

Traulich im Kristall der Kälte,
hältst Du mich in Deinem Arm.
Lebend Blut in Grimmigkeit,
schlagend helfend tiefes Rot.

Du hältst mich wach
in diesem Frost.
Du das Leben, ich der Tod.

RM

 

 

 

 

Mögen
in eiskalter Nacht
meine Lippen
deine Zeilen
zartschmelzend
wie feinste Schokolade
in rotem Wein getränkt
sinnlich
Zeile für Zeile
bedächtig betont
vortragen.

Daphne Amiri

 

 

 

 

Kälte …

sie glüht,
die Sehnsucht des dünnen Astes …

wohltuende Abendluft
folgt dem leisen Ruf
und die Seele spürt
die Kälte wachsen …

ein Wohltun nach dem Erglühen,
wie eine angeborene Gabe der Vernunft,
wie die Rückkehr zum Guten
des in der Seele eingebrannten Wortes …

DD

Neubeginn

„Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von Neuem beginnen.“

Buddha

… jeden Tag als einen Neubeginn zu sehen und Herausforderung als Chance zu begreifen, als ein Geschenk, das uns das Leben bereit hält …
ja, es gibt ein Bleiben im Gehen und im Ende einen Neuanfang.

 

 

Erde
noch in eisiger Erstarrung,
doch in freudiger Erwartung
wird Sie aufs Neue erwachen,
erwachsen,
in schillerndsten Tönen
erblühen
in sich selbst das Feuer des Lebens
erspüren
sich transformieren
sich zurück ziehen
sich zurück nehmen
und in tiefer Glückseeligkeit
erneut erstarren.

Daphne Amiri

 

 

 

 

NEUANFANG

Zaghafte Schritte in nebliger Nacht
So kalt
Zu lang
Unter wolkenverhangenen Sternen
Schleicht Stille umher
Verspricht Unsicherheit
Verschenkt Zweifel
Eine Ratte knabbert genussvoll an totem Holz

Wohlan Wanderer
Woher nimmst du die Kraft
Wenn ewiger Schlaf dich lockt und verführt
Wie Odysseus Gefolge der Gesang der Sirenen
Du ahnst
Nie wird der Moment der Richtige sein
Doch das Leben ist kurz und lehrt nur zwei Worte
Beginne jetzt

UH

 

 

 

 

NeuAnfang

Wie aus dem Schlaf erwacht,
steigt der Tag auf.
Noch unbelebt und neu,
ist er bereit
mich zu beherbergen,
zeigt mir die Welt:

Goldene Lichtdome
Tränenreiche
Raureifes Nachtlicht

Ich setz‘ den Fuß
auf das Unberührte,
während am Weg
Blumen aus Dornen blüh‘n.

ba

 

 

 

 

Samttropfenfeiner Nebel,
gleich dem Milchglas
hinter dem ich nur deine Konturen erahne.
Grau-weißes Licht,
es fehlt mir die Sicht,
die Sicht in die Ferne,
in die Weite…..

Im Nebel, der die Weite verschlingt,
bleibt dir nur, zu fühlen
wie glasklar, beinah weise wir uns umeinander drehen.
Und im Wirbel des Tanzes
erinnere ich dich
an das, was du kennst,
an das, was dir vertraut ist.

Erkläre nichts,
beginne nichts verstehen zu wollen,
lasse es einfach nur geschehen
und es wird Neu entstehen…..

Daphne Amiri

 

 

 

 

Vorbei der Kampf

Sieh‘ hinter dich, die Brücken brechen.
Alles Wünschen und alles Hoffen
Es ruhet in verzinkten Blechen.
Nur neue Wege stehen offen.

Noch nie von Menschen ward betreten
Dieser lichte Pfad zum wahren Sein.
Kein Wort verschwenden Exegeten
Über den Neubeginn im hellen Schein.

Das Wissen darüber lag sehr tief
Im Menschen, ewig schon verborgen.
Und, weil vergessen das Sein nur schlief,
Bedrängten Ängste uns und Sorgen.

In Dankbarkeit wir nun vergeben
Allem, das uns in Liebe vorwärts stieß.
Wir steigen aus den Schützengräben
Und lieben, was uns ängstlich hassen ließ.

HH

 

 

 

Neubeginn

Der Sturm vorbei
dahinten ist am Horizont
noch Dunkel, Schwarz.
Ist Blitz und Donner.

Die Wut zieht weiter,
rings umher ist Chaos, Trümmer,
Stille, wehend.
Wüstenei.

Weinen, weh das Jammerklagen,
zerstört die Welt, so wie sie war.
Ein alles ist zerstört.
Entzwei.

Viele, vieles tief verschüttet,
es hilft nicht dumpfes Todeswarten.
Kommt, nun kommt und schnell herbei.
Nehmt die Schaufel, nehmt den Spaten.

Niemand nimmt uns ganz das Leben,
die Stärke stirbt erst tief im Tode.
Auf zu Taten, ewig sein.
Los ihr Lieben, kommt herbei.

RM

 

 

 

 

Der vergilbte Tag

Der Kalender ruft das Neue aus
Während ich noch das Alte umarme
Zu finden die Blätter einer Rose
Als Liebe versteckt im vergilbten Tag
Will ich sie ins Neue tragen

ba

 

 

 

 

Neubeginn …

die Handreichung,
die noch immer ersehnt ist,
streichelt sanft deine verrunzelte Stirn,
… fast väterlich …
eine zittrige Bewegung
in einer gut überlegten Struktur …

sie spaltet dich in zwei,
wie der Nagel,
geschlagen ins jüngste Holz
und du weißt,
es ist ein Traum und sagst,
es darf kein Erwachen geben …

welch Woge im Lied
des gnadenlosen Schwunds …

knospenprangende Strahlen
erwärmen deine Wange,
während dein Stern
sich auf seiner schicksalhaften Bahn verirrt …

und irgendwann sind wir so jung,
jung genug, um zu wissen,
es ist ein alter Neubeginn …

DD

 

Jahresrückblick 2018

Ein kleiner Rückblick unserer ‚Liebsten‘ als Dank an alle, die auch in diesem lyrischen Jahr Lust und Muße hatten uns zu begleiten.
Die letzten Zeilen, ein Zeichen für ein gesundes, friedvolles und gemeinsames Jahr 2019.

 

 

Aufgebrochen liegt die Scholle …

So wie das letzte Blatt zu Boden fällt
Und starke Winde landwärts ziehen
So wie der Mensch jetzt leiser wird
Und Lichter unsre Fenster schmücken
UH

Herbststurm grau treibt Regenfahnen
trutzig breit weit über Land.
Durch der Ödnis Sterbensahnen
wärmt Sommerherz des Liebsten Hand.
RM

Aufgebrochen liegt die Scholle,
Die letzte Mahd ist lange her.
Und in Bälde will Frau Holle
Die Lande weihen, weiß und hehr.
HH

So wie wir uns näher rücken
Türen knarrend abzuschließen
Sonnenlicht und Meeresklang
Geschichten uns zur Nacht erzählen
So will ich bleiben lange Zeit
Meine Wärme mit dir teilen.
ba

Erwärmt lauschen unsere Herzen,
wie das Holz im Feuer knistert
und wie der Winter an unser Fenster
leicht klopft und uns schildert,
wie sanft Schneeflocken auf den Boden fallen.
DD

So wie der Mensch nun tief einkehrt,
in Stille achtsam verweilt,
wird ihm gewahr:
ohne sein zutun fließts weiter….
DA

Die Sterne leuchten heller als klar
Zarter Duft verrät den Geist, der lieblich naht
Kerzenhell erleuchtet der Raum und die Herzen
Fließende Zufriedenheit
CS

(gemeinsame Dichtung der Coronalyriker)

nochmal wunderbar rezitiert von Ralf Maul:

https://soundcloud.com/dalai-ramix/corona1?fbclid=IwAR1XeaO_i17CEIQ9CNFnTx7Iynu7sH70txS-J7YlrkdywvBxTgbz4A_cuPo

 

 

 

Sehn-suchts-voll

blicke ich in den Kelch einer weißen Nelke,
kann nicht widerstehen
ihrem betörenden Duft,
in ihrem Schlund
verschlingt mich ihr süßer Saft
und ich weiß,
ich werde fortan in ihr vergehen…….

Sehn-suchts-voll

in zittrigen Wellen
gleichsam herzzerreißend taumelnd
wähne ich mich in ihrem Paradeise
von den Geistern, die mich umgeben
in aller Herrlichkeit
und doch
in erbarmungsloser Trunkenheit……

Welch Weiser,
oh, ihr großen Dichter des Morgenlandes
möge mich, ich armer Tor
aus diesem Schlund befreien ?

Nur ihr, die ihr die Liebe besingt,
wisst um ihre Reinheit,
ihre Wahrhaftigkeit,
ihre Beharrlichkeit….

Drum lasset mich hinaus treten,
mich tief den frischen Wind einatmen,
auf neuen Pfaden wandeln
und mich erfreuen an dem Duft der weißen Nelke
am Rande eines anderen Weges…….

Daphne Amiri

 

 

 

geduldsfaden

Ich übte mich in langmut
hielt den geduldsfaden
fest in den händen
und hütete ihn sorgsam
wie mein wildes zungentier
das aufbegehrte

Atmete tief ein und aus
damit die Wut verflog
der Faden nicht riss
auf dem ich zu dir wollte
doch da war die Liebe schon
tränenweit fort

ba

 

 

 

Vielleicht

Ich sammle deine Tränen auf,
und rahme sie gold ein.
An der Wand hängend,
werden sie mich erinnern,
als du noch Mensch warst.

Ich sammle deine Tränen auf,
und würze damit Fades.
Was nicht schmeckt,
nicht bunt ist,
und von Emotionen verlassen.

Ich sammle deine Tränen auf,
und gieße sie über alte Bilder.
Vielleicht erweckt ein Funke zum Leben,
vielleicht kriegen vergessene Träume Kinder.

CS

 

 

 

Sehnen

Sehr tief verschüttet im Vergessen
Brodelt das Sehnen der Ekstase.
Des Menschen Geist kann’s nicht ermessen,
Nur kurz, die eruptive Phase.

Und, weil die Lust nur kurz befriedigt
Treibt das Sehnen Manchen in die Sucht.
Die Kraft, die Menschen so erniedrigt,
Erhöht den, der wahrhaft in sich sucht.

Die Sucht des Sehnens falsch verstanden,
Krümmt die Sicht der Welt im Spiegelbild.
Die Sehnsucht ist deshalb vorhanden,
Dass als Gott der Mensch die Welt sich bild‘.

HH

 

 

 

 

Geduldsprobe

Verlassen steht das alte Haus
Die Löcher die einst Fenster waren
Sind Zeugen stetigen Verfalls

Davor ein Baum
An dessen dicken Ästen
Sich schon so mancher Traum verlor

Der Mond verfängt sich auch bisweilen
In seiner Krone himmelshoch
Wenn gleißend kalt er übern Erdball zieht
Wohl wissend von der Macht
Der ewiglichen Wiederkehr

Was wird wohl werden fragt der Mensch
Der Baum er lächelt sorgenfrei
Denn er hat viel schon überlebt

Und für den Hauch des Augenblicks
Fühlt man den Jahreszeitenzauber
Und sieht geduldig zu
Wie sich am Firmament bedrohlich Wolken türmen

UH

 

 

 

 

Aufbruch

im ganzen Leben,
auf der Suche nach neuen Gipfeln,
träumt jedes Ende,
den Wiederanfang zu begrüßen,

jedes Mal, vielleicht ein wenig höher,
jedes Mal, vielleicht ein wenig weiter …

und eine Träne,
im wiederkehrenden Aufbruch,
kühlt wohltuend die heiße Wange,
im Andenken an das Bleiben,
hinterlassen von jedem Gehen …

DD

 

 

 

 

Wie ein Grashalm,
mich hautsanft berührt
während die letzten Sonnenstrahlen
mir mein Gesicht erwärmen,
die Kühle der nahenden Nacht
sich zaghaft bemerkbar macht
und ich einfach nur atme…..

Ich brauche sie nicht, die Brücken
erbaut aus abstrakten Gedankengängen,
sich in konzentrischen Kreisen verzweigend,
mir selbst unerreichbar,
unnahbar….

Dem Spürgewahrsein
öffne ich die Pforten,
dahinter herznah erbaut
erblicke ich sie
die ersehnten Brücken.
Leichtfüßig wandle ich hinüber,

mir selbst genügend…..

Daphne Amiri

 

 

 

 

Heiter weiter

Ist alle Angst von mir gewichen,
Will heiter ich ins Chaos schlittern.
Ist das G siebenfach gestrichen,
Fängt an die Spiegelwelt zu splittern.

Keine alten Bücher helfen dann,
Ist eine neue Welt im Werden.
Auch die alten Götter trifft der Bann,
Ist selbst man Schöpfer nun auf Erden.

Der Horizont strahlt seltsam heiter,
Lichtdurchwirkt erscheinen Fels und Baum.
In echter Liebe baut nun weiter,
Vollkommen, der Mensch an seinem Traum.

Heiterkeit durch’s Universum tönt,
Ein neuer Mensch wird schon gemunkelt.
Und das Firmament wird auch geschönt,
Auf dass die Erde heller funkelt.

HH

 

 

 

Freiheit, die ich meine…

In der Gebundenheit
Grenzen überschreiten
Gegen Windmühlen an
Die Waage in der Hand

Auf das Echo hören
Nach Zeichen suchen
Samen auf’s Land streuen
Für Freiheit und Liebe

Tief in Not und Elend
Tränen der Anderen
Auf der Schale wiegen
Damit die Saat gedeiht
Ba

 

 

 

 

Die Balken die einst stützten – morsch
Betreten kann sie keiner mehr
Und zwischen feuchten Spalten wächst lang schon 
erstes Grün

Wohin sie führt
Was sie verband
Zu dieser Stund´ weiß niemand mehr die Antwort

Ein Menschenfreund schlug eine Latte quer
Ganz vorn vom Handlauf links zur and´ren Seite
Vielleicht huscht ab und an noch eine Maus hinüber
Verfolgt von Räubern in der Nacht

So steht sie da
Als Zeuge jener Zeiten
Von denen laut getönt dass sie einst besser waren

Traust du dich vor bis an dem Rand des Felsens
Siehst du am Grund der Schlucht den Bach
der stetig fließt
Und den falls je ein Mensch es wollen mag
Man leicht zu Fuß durchschreiten kann

UH

 

 

 

Ad Libitum

Manchmal
ist mir die stillste Ruhe
zu laut
Die lauteste Stille
zu ruhig
Die ruhigsten Laute
zu still

Manchmal
fehlen Grenzen
für einen Anfang
und
für ein Ende
Alles läuft für sich
und über Alles
und
über zu Vieles hinaus

Nur der Himmel wehrt sich
und
die Erde wartet geduldig
auf jedes Heute
und jedes Sein
und dazwischen ist…
Freiheit

CS

 

 

 

 

Barfuß …

es sind dieselben, alten Straßen,
über Brücken aus Granit,
auf denen Kirchenväter wandelten
in aller Willkür des Schicksals

auf Händen tragend,
alles, was noch zu lehren ist
und das Pulsieren aller uns
noch davorstehenden Metamorphosen …

eingeschneit die Berge im dichten Nebel
und die Jahre gehen hin,
auf gleichen, alten Straßen
über Brücken aus Granit …

DD

 

 

die Todsünden

Die Todsünden sind Todsünden,
Weil sie ans Außen uns binden.
Die Todsünden sind Todsünden,
Weil den Tod wir durch sie finden.
HH

 

 

 

AVARITIA
Geiz

Wie lang bleibt das Unrecht besteh’n,
So dass die Gier wird geadelt,
Und die vor dem Hungertuch steh’n
Werden Schmarotzer getadelt.
HH

 

Geizig willst du sein und dir nichts gönnen
Altes Brot, Schimmel ab, schneidet Gürtel in kein Speck
Nie da, ein Schlückchen mehr, ein Scheibchen drauf,
weniger tuts auch
keine Freude ist deine Last
gibst nie zurück, alles deins,
Zugenähte Taschen,
peinlich unbeteiligt, beim Stammtisch, niemals Spaß auf deinen Deckel…

CS

 

 

 

 

 

GULA
Völlerei

„Die Völlerei der ersten Welt
Frisst die Grundlagen der Armen.
Sie verlangt für weniger Geld
Immer mehr, ohne Erbarmen.
HH

 

In der dunklen Einsamkeit
umflattert mich die Sehnsucht.
Sitzt flügelweit auf der Brust
bittersüß mich zu fangen.
Öffnet das Seelenfenster
zu Verlust und Versäumnis,
singt den schmerzenden Weckruf,
bis ich mich ihr ergebe.

Sie wird zum lüsternen Tier,
das gefrässig Hunger ruft.
Ich fütt’re es angstvoll mit
süßem Schmelz des Vergessens,
flimmernden Bildgeschichten,
mit salzigem Tütenreich,
bis das Tier betäubt ablässt
und ich traumlos versinke.

ba

 

 

 

 

 

ACEDIA
Faulheit

Wer mit Dingen ist behangen,
Träg und faul wird dessen Geist.
In Materie gefangen,
Die Seele im Vergessen kreist.
HH

 

Verwirrt auf der Theaterbühne
Nimmt das Spiel des Lebens seinen Lauf,
Das Licht zerfällt in Schuld und Sühne,
Liebend nimmt die Liebe es in kauf.

Und schon bald erscheinen Hier und Jetzt
Als einzig wahre Wirklichkeiten.
So vergeudet sich zu guter letzt
Das Leben gar an Nichtigkeiten.

Auf der Jagd nach zweifelhaftem Glück
Im Alltagstrott das Sein verkümmert.
Ihr falsches Spiegelbild, Stück für Stück
Den Trägen erst der Tod zertrümmert.

HH

 

 

 

 

 

IRA
Zorn

Nur noch in Rage wird skandiert
Und gegen Anders – Sein gehetzt.
Wenn Zorn den Horizont verliert,
Sind auch die Messer schon gewetzt.
HH

 
Herr, Oh Herr
nun halte mich.
Ich den Augen
tiefes Rot.

Halte mich,
oh halte mich.
Sonst kreist Schwert
in blutend Rot.

Berserker, die Klinge kreisend,
über mir des Himmels Grau.
Um mich schreitend, brüllend schlagend,
schlagend tief die grösste Not.

Wahrlich wurde ich gebor´n
niederbringend alle Wut
Rüstung rostig, dreckbespritzt
Einzig Element von Zorn.

RM

 

 

 

 

SUPERBIA
Hochmut

Von Äußerlichkeiten geblendet,
Der Mensch in stolzen Wahn verfällt,
Hin und her den Spiegel wendet,
Derweil sein Seelenkleid zerfällt.
HH

 

Veraltert sagt das Volk und lacht
Uns geht das wirklich nichts mehr an
Verstaubt und lächerlich spukt sie
Doch nur noch in den Köpfen jener Antiquierten
Die langsam abzutreten haben

Was heißt schon Sünde in der Welt
Den Gott den ihr einst wachgebetet habt
Was hat er denn getan
Um uns den Frieden zu bescheren
Versagt hat er auf ganzer Linie
Nun nehmen wir das Zepter selbst in uns´re Hand

Warum er niemals fertig wurde
Der Turm bis hoch zum Himmelszelt?
Es fehlten Menschen so wie wir
Begabt und hart mit Geld und Potenzial

Heut´ wär´ das alles kein Problem
Wenn wir es wollten – ach herrje
Wir könnten Meere trocken legen
Und durch die Wüsten zögen uns´re Herden
Eh wir sie trieben in das Schlachthaus eurer Stadt

Zuhauf und billig muss es sein
Genau wie ihr die Sklaven der Allmächtigen es sind
Denn die Moral
schon wieder so ein abgestaubtes Wort
Ist auch nur Widerschein der Welt wie sie jetzt ist

Was dann danach gekommen ist
Das kann der Dichter nicht erzählen
Denn keiner hat es überlebt
Und mit dem Menschen gut wie böse
Starb Tugend Sünde und Begehr´
Am Schluss ganz zart erlosch die Hoffnung
Die Welt verglühte unbemerkt im All.

UH

 

 

 

INVIDIA
Neid

Die Kirchen haben gelogen,
Aus Missgunst Angst und Hass geschürt.
Uns um das Wissen betrogen
Und in Gottes Ferne geführt.
HH

 

Seit Jahrtausenden grollt Sie, die Unterwelt.
Leid der Menschenseel anheim gestellt.
Fernab jeglichen Mensch-Seins
in der Polarität,
der schier unaufhörlichen Individualität…..

Dort, in jener Unterwelt,
lächelt Er, verschmitzt
sich dem menschlichen Kleinmut dazu gesellt.
Peitscht an, das Feuer,
entfacht des Teufels Ungeheuer.

Gerade dann, wenn des Teufels Hinterlist
des Menschen-Seel ertränkt im Dunst
aus Neid und Missgunst,
gerade dann, braucht’s des Menschen Hand
gleichsam heraus zu schrein:
Halt ein !

Daphne Amiri

 

 

 

 

 

LUXURIA
Wollust

Was haben Knaben erduldet,
Frauen und Mädchen durchlitten,
Ist nur der Wollust geschuldet,
Die über das Maß geschritten …
HH

 

… und doch …
es offenbart sich nur,
was die Seele vorspielt …
ich nehme etwas in mir wahr,
was verborgen ist, unbekannt
und wartend auf seine Geburt …
oh, Mutter Natur!
wie kann denn Liebe Sünde sein?

der Wind weht über die Farne …

und erfährt
die Wandlung, die sie durchqueren,
ein liebevolles Streichen,
das nach mehr verlangt …

auf ihren Tau pustet er sanft
in der letzten Frische dieser Nacht
und trägt die Feuchtigkeit zu Knospen,
durch den ersten Sonnenstrahl erwacht …

es hellt auf, Töne und Schatten entstehen,
wie eine Marter dies‘ Gefühl,
geziert mit der ersten Glut,
im Geräusch des Blattes voller Ungeduld …

und mich findend, zum Kühlen
haltend meine Stirn
in meines Waldes Bachgerinn,
oh, aus diesem Schlaf erweckt mich nicht!

DD