Wie Schneeflocken fallen Gedanken – schmelzen
Erinnerungen tauen auf doch lassen uns frieren
Also zieht Euch warm an und begleitet uns auf der Reise in die KÄLTE –
unser Thema im Monat Februar …

 

 

 

Kälte

Stille ist ganz still.
Elektrisch kalt.

Dick die Decke festen Wassers.
Es wird gestorben und erfroren.

Der Herrscher, er ist da.
Kristallen seine kleinen Schwerter.
Ruhend ist uns alle Luft,
dem Tode ähnlich weißer Wald.

Nichts mehr regt sich,
im Panzer still erstarrt.
Glatteis, frierend freuend.
Vögel fallen tot vom Himmel.

Kaiser Kalt regiert.
Stahlblau seine Klinge.

RM

 

 

 

 

Warum ist die Welt so kalt?

Kalt und kälter dünkt es mir
Wird es in der Welt, zum Hohn.
Aufgeheizt nur von der Gier,
Liegt kein Ausweg im Talon.

In den Katakomben tief
Lange gärt die alte Schmach.
Unvergeben sie stets rief
Wut und Ängste wieder wach.

Wer verzeiht, den Nächsten liebt,
Gibt sich gegenseitig Halt.
Weil sich selbst niemand vergibt,
Darum ist die Welt so kalt.

HH

 

 

 

 

 

Die Nachricht

Sie kommt aus der Kälte
im klinisch Weiß,
schneidet den Tag entzwei.
Die Momente einst
lieblich und rein, fliehen
In den Schatten.

Aus vereisten
Befunden festgezurrt,
kriecht Verzagtheit.
Der blutige Säbel
über dem Kopf,
tropft von Schwäche und Tod.

Und draußen klingt
ein Lachen des Kindes,
als Geländer
durch das Ungeheure,
zu erreichen
die hängenden Gärten,

hier oder dort.

ba

 

 

 

 

Unwarm

Kalt ist nicht mehr,
nur ein fehlen von warm,
bisschen unter lau
Kalt hält fest,
scharfkantig und klar,
Was und Wie verschmilzt
Noch kälter ist die Starre im Mondlicht,
wenn kein Nachtigall mehr… und kein Kauz…
Doch am kältesten ist,
wenn eine Lunette in zwei zerbricht

Der Tag kann nichts dafür
Die Kälte kam über Nacht
Von drüben…
rüber und… bat
Bleibe! Suchend, bleibe…
lau, frier‘ nicht ab

Ein bisschen Kälte bleibt immer…
immer etwas nah bei warm.

CS

 

 

 

 

KÄLTE

Der Seele stummer Schrei verhallt im Nichts
Die Augen milchig
Undurchsichtig
Der Gang gebeugt doch gnadenlos
Die Hände reichen keinem ein Stück Brot
Ganz langsam schleicht sie sich heran
Das Herz ahnt früh den Plan wohin die Reise geht
Doch glauben mag es niemand

Man ist sich selbst schon lang nicht mehr der Nächste
Die Mühlen stehen still
Verrostet mitten im Gebet
Gefühle gut getarnt
Jetzt Diener der Zerstörung
Profit und Macht mit Neid vereint
Das Dreigestirn des Untergangs

Die Kälte friert sich durch das Land
Zersprengt – vereist die letzten Feigen
Die Mutigen sind längst gefloh´n
Der Kampf hat sich nicht mehr gelohnt

Ganz tief versteckt im Wald
Wohnt eine alte Frau
Sie wird den Winter nicht mehr übersteh´n
Am Feuer wärmt sich eine Katze
Sie schnurrt
Und träumt im Schlaf von wilden Blumen

UH

 

 

 

 

Kälte

Mir selbst fern, unnahbar,
mich ergreift’s,
mich be-greift’s,
des Welten-Schmerz
mich verzerrt’s
an Leib und Seel‘.

Drum sehne ich herbei
in diesen grauen Tagen,
deine Wärme
oh Mutter Erde.
Mögest du mich umhüllen,
mir Trost schenken,
des Welten-Schmerz und Kälte
wärmend aufnehmen
und Schönheit neu gebären.

Daphne Amiri

 

 

 

 

ich sah zu …

wenn sie fallen,
tun sie manchmal so,
schwören wahr zu sein
und schweben mit der Brise …

kommen um zu spielen,
die leuchtenden Kristalle,
kommen um zu tanzen,
wie könnten sie jemals verblassen?

in dieser Kälte,
ihr und ich,
kommt, tanzt für mich
und bedeckt meine Augen …

und jedes Mal blind
sah ich zu,
wie sie im Frühlingsregen schmolzen …

DD

 

 

 

 

König Eisherz

Ein eiskalter Hauch gefriert
Die ungeweinten Tränen,
Aus denen der Hass gebiert
Monster, die Mensch sich wähnen.

Als Unmensch führt er Regie,
Bringt die Trauer in die Welt,
Bis durch der Liebe Magie
Auch die letzte Träne fällt.

HH

 

 

 

 

Manchmal

Manchmal stehe ich
Auf Schneehöhen
Atme Schönheit ein
Glück und Flockenweich
Atme Liebe aus
Dank und Staunensreich

Bis dein eisig Wort
Mich gefrieren lässt
Stille frostet hart
In alten Schrunden
dann ohne Wille
in dunklen Runden

ba

 

 

 

 

In der Kälte Eispalast

Hier glaube ich,
hier halte ich
dich mit alten Händen,
rissig, wie sie sind.

So viele Steine, die ich trug.
Doch jetzt hier,
im grellen Funkeln
halte ich nur Dich.

Werfe Dich ganz hoch
und fang Dich wieder auf.
Durch den blitzend Splitterregen
tönt Dein Lachen hell und klar.

Bös und bitter, durchgefroren.
fällt der Regen, wird zu Eis.

Harter Rücken, all die Zeit.
Doch mit Dir wird Frost gebrochen.
Trotz der Kälte, schmerzend weiss.

Nah bist Du, so nah bei mir.
Lernend schreitend durch Paläste,
alles glitzernd uns gebaut,
spiele ich mit meinem Leben.
Schnell geht es und ich bin tot.

Spiegelnd kalte Seelenbilder.
Du bei mir, Du hältst mich warm.
Hier im Minus, Atemhauch.
Du bei mir, ich friere nicht.

Traulich im Kristall der Kälte,
hältst Du mich in Deinem Arm.
Lebend Blut in Grimmigkeit,
schlagend helfend tiefes Rot.

Du hältst mich wach
in diesem Frost.
Du das Leben, ich der Tod.

RM

 

 

 

 

Mögen
in eiskalter Nacht
meine Lippen
deine Zeilen
zartschmelzend
wie feinste Schokolade
in rotem Wein getränkt
sinnlich
Zeile für Zeile
bedächtig betont
vortragen.

Daphne Amiri

 

 

 

 

Kälte …

sie glüht,
die Sehnsucht des dünnen Astes …

wohltuende Abendluft
folgt dem leisen Ruf
und die Seele spürt
die Kälte wachsen …

ein Wohltun nach dem Erglühen,
wie eine angeborene Gabe der Vernunft,
wie die Rückkehr zum Guten
des in der Seele eingebrannten Wortes …

DD

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