… Und vergib uns unsere Schuld,
Wie auch wir vergeben….

Erlangen wir Vergebung erst, wenn wir allem Anderen vergeben haben, allem außer dem Gewöhnlichen, dass wir als störend empfinden und dass wir nicht akzeptieren können ?
Oder kann ich allem vergeben, wenn ich lerne, mich mit all meinen Stimmen selbst zu lieben ?
Kann ich dem Ego, das andere benötigt, um sich zu nähren, vergeben ?
Vergebung-ein vielschichtiges Themenfeld, dem wir uns mit unseren Beiträgen versuchen anzunähern.
Möglicherweise findet Ihr, liebe Leser euren eigenen Zugang zur „Vergebung“.

Lasst euch inspirieren !

 

 

 

 

Vergebung

Nur ein Ton
Himmelblau
Unverhofft
Im Weinen
Weich bewegt

Im Luftzug
Schwerelos
Flügelweit
Atmet schon
Das Weiter

ba

 

 

 

 

Schuldlos

Vergib mir mein Walten,
Unbewusst ich säume.
Sei nicht ungehalten,
Noch immer ich träume.

Ich wandle nur schlafend
Dahin auf der Kruste,
Und du blickst so strafend
Obwohl ich nichts wusste.

Ein Leben in Ohnmacht
Ist hier mir beschieden.
Ist ein Täter erwacht,
Bestraft ihn hienieden.

HH

 

 

 

 

Fair-Geben

Schau mich an und ich dich, fair
geben wir uns Blick für Blick
Geben fair, du und ich
Schau
Wie ich, und du, ja das kann es geben, fair geben, gäben uns die…
Fähren überqueren Seen, wo Meer auch, oder Strom…, fließt
fließe, oder… gib… oder…

Vergebe , Fair

CS

 

 

 

 

Vergebung

Dir vergeb ich, reines Herz.
Reine Liebe, Dir alleine.

Gerne nehme ich
den Schmerz.

Rollend Donner und Gewitter.
Marschierend durch das Leichenbitter,
nehm ich Dich an meine Hand.

Hinaus auf grüne Wiesen gehend
vertrau ich Dir mit festem Schritt,
laufend durch des Traumes Land.

Wissend fühlend, frei von Schuld.
Vergeben wir, verzeihen wir.
Frei von fernen alten Sorgen.

Losgelöst des Herzens Schmerz,
ganz in Liebe und Geduld.

Mea culpa!

RM

 

 

 

 

Solche Melodien,
die wohlmeinend urteilen,
sagen, was richtig sei,
in welche Gefilde ich mich bewegen soll,
gar bewegen werde,
die meinen, Zukünftiges vorher sehen zu können,
immerzu negativ gefärbt,
wenn, ja wenn….

Jenseits solcher Selbstüberhöhung
ist’s nun still in mir.
Und auf meiner Reise
am Rande meines Wegs
höre ich sie leise,
Stimmen,
mich wohlwollend begleitend,
sich selbst genügend.

Drum lasse ich sie ziehen,
solcherlei Melodien,
und lerne
mich selbst zu lieben
und in eigener Bestimmung
Solchen
zu vergeben.

Daphne Amiri

 

 

 

 

TRUGSCHLUSS

Gefangen in Gedanken deiner Ahnen
Zerfrisst dich Geschichte die nicht deine ist
Fühlst du nie Erlebtes
Hasst du
Weinst du
Verzweifelst an Unvorstellbarem

Geblendet vom Licht der Rache
Rennst du im Würfel der Erinnerung gegen Wände
Tobst du
Weinst du
Liegst am Boden
Und suchst Gründe deiner Machtlosigkeit
Anstatt den Mut zur Vergebung
Anstatt Freiheit

UH

 

 

 

 

Entschuldigung

Als Mensch dieser Breiten
Kenn‘ ich schlechte Zeiten
Nur vom Hörensagen.

Dass sterben die Kinder
An der Mast der Rinder,
Müsst‘ ich hinterfragen.

Was die Werbung verspricht
Steht mir gut zu Gesicht,
Macht mich konsumbereit.

Dass die Welt leidet Durst
Ob der billigen Wurst,
Bin ich von Schuld befreit.

Ich kann es mir leisten
Und mach’s wie die Meisten,
Ich still‘ mein Verlangen.

Ist alles ruiniert,
Werd‘ ich dann ungeniert
Vergebung erlangen?

HH

 

 

 

 

Der Oelzweig

Meine Hand offen,
ein Messer blitzt auf.

Im Wüten
verletzen,
Enttäuschung
verbissen,
stürzt hinab
ins Dunkel.

Ich seh‘ uns
verzweifelt,
in Liebe
und Gestrüpp .
Schmerzverirrt
beug‘ ich mich.

Meine Hand offen,
reicht dir den Oelzweig.

ba

 

 

 

 

Erbarmen …

um das Gewissen aufzurichten,
zu trösten,
gegen den anderen in Klage,
entfremdet sind wir vom Eigenen
durch den Schatten der heilsamen,
schützenden Wut …

so lasse jeder jeden los
in Vergebung
und vor Recht in Gnade …

wer urteilt?
wer hat Erbarmen?

ja, vielleicht gab es wirklich
fünfzig Leute in Sodom,
die kein Unrecht getan haben …

und es flüstert uns zu,
wenn die Last uns leicht sein wird:

jede Kleinigkeit
wiederholt sich im Großen
und jedes Große im Kleinen …

DD

 

 

 

 

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