Heimat … ein Wort, welches sofort viel mehr in uns freisetzt, als nur die Definition, dass es sich hierbei um eine Verbindung zwischen Mensch und Raum handelt.

Zurück zur Heimat oder hin zu ihr?
Wer mag sie, wer verleugnet sie und warum?

Vielleicht ist es der Ort, an dem unser Herz wohnt, vielleicht ist es aber viel, viel mehr…

 

Nicht wo du die Bäume kennst, wo die Bäume dich kennen, ist deine Heimat.

aus Sibirien

 

 

 

An den Ufern des Seins

Am Ende des Weges
Angekommen
Sind wir in unsere Heimat
Zurückgekehrt
Um dem Geist
Die notwendige Ruhe
Zu geben
Wenn er zu Staub
Zerfällt.

Arno Gobbetto

 

 

 

Liebesschatten

Heimat ist die Liebe mir,
Dennoch bin ich heimatlos.
Weil, was sich nennt Liebe hier,
Ist indes ihr Schatten bloß.

Da mein Streben nur verpufft
In einem lauten Lachen,
Will von Rosen schon der Duft
Allein mich glücklich machen.

Solang Heimweh in mir brennt,
Mein Herz den Takt nicht findet.
Selbst die Liebe doch nur trennt,
Sie ein nicht Alles bindet.

HH

 

 

 

 

 

Heimat

Wie oft schon wurde dieses Wort,
verglühend ausgeschüttet
über die, im Marschtritt ziehend

Wie oft schon wurde es benutzt,
beleidigend und tief beschmutzt.

Und doch ist es uns Heimlichkeit,
die Heimstatt unserer Ahnen,
wichtiger als all das Warnen.

Heimat, große stolze Heimat,
in Dir bin ich geboren.
Kannst Du mich gut hören?

Niemals werde ich es tun,
zuzulassen, dass so dreist,
andre wollen Dich zerstören.

RM

 

 

 

 

Heimat

Befreit von der Kette
der Hab und Gier
wanderte der Vagabund seine Tour.
Faszinierend beobachtete er
die Städte, die Dörfer, die Wiese,
die Berge, den Dschungel,
die Menschen, die Tiere.
Müde und erschöpft landete er
in einem gemischten Haufen
von Grün und Müll.
Er wusste schon mal nicht,
wo Nord, wo Süd,
wo Ost und wo West sei.

Er wollte nicht wissen,
wer, wo, was treibe,
wer, wo, was für eine Sprache spreche.
Inmitten die kleine Tiere
und Abfälle der Natur,
unterm breiten Himmel
in ein Stück Erde,
was er benötigte,
legte er sich glücklich
und zufrieden
zum Schlafen hin
Still und leise murmelte
eine Stimme in seine Inneres:
„Meine Heimat.“

Be Zoban

 

 

 

 

 

Wo du die Menschen liebst

Wo du die Menschen liebst
So wie sie sind
Und deine Freunde auf dich warten
Ganz gleich wie lang die Reise wird
Die dich hinausgetrieben hat zur Welt
Wo alles was du jemals fühlen willst zu finden ist
Da tief in dir die Liebe wohnt
Zum Wald
Zum See und zu den sanften Hügeln
Zum Duft der Krume welche dich ernährt
Und wenn dein Körper alt und schwach
Sich sehnt nach Ruhe Stille Licht
In dunkler Erde tief begraben liegt
Und deine Kinder um dich weinen
Erst dann kann deine Seele
Sich zur Unendlichkeit erheben
Denn alles was dir wichtig war
hast du berührt

UH

 

 

 

 

 

 

Meine Suche

Vergangenheit ist jetzt.
Das Licht wird verneint.
Dunkler Schauder
und kein Raum.

Abgekapselt. Alt.

Schwerelos schwer.
Der kontinuierliche Zwang
in Richtung des Bodens.

Kalt.

Jeder Schritt ein Messerschnitt.
Rinnsäle der Freude.
Heimat? gibt es nicht.

Nicht für mich.
Ich bin ohne jägliche Gestalt.

Die Dunkelheit begleitet mich.
Ich wandel durch den Tag zu Jahr.
Stülbt sich über – wird zum Ich.

Pflanze Schmerzen, stifte an.
Nur ab und zu und kurz mal klar.

Heimatlos beteub ich mir,
was ich schleppe, hieve, hebe.

Verschwinde im Gedankenloch
und such die Heimat –
such mein Leben.

Und unerwartet hör ich Stimmen.
Und unerwartet zeigt sich auf.
Im Herz der Dunkelheit ein Glimmen.
Ein Licht, ganz tief, in meinem Bauch.

Und du hast mich gesehen.
Trotz meines Zweifels bleibst du hier.
Ich lass es zu, ich werd nicht gehen.
Du zeigst die Heimat mir, in mir.

Und wieder gehen Jahre.
Verbunden, bin ich nun
schon mehr.

Ich spring in Lichteswellen
und schwimme
die Liebe auf Papier.

Maria Hoffmann

 

 

 

 

Meine Heimat

Wo du bist
Wo alles grün, wechselt sich
Wo kalt und warm, natürlich
Du, wo alles wohnt

Ich bin sprunghaft, kenne keinen Ort, wie meine Heimat, weil Du ständig und stets in Bewegung bleibst, wächst, gedeihst, immer bist Du da.
Kein Warum, keine Kreuzung die teilt, nur Du.
Du bist Ich – in mir – kein Wir oder Viele

Heimat unter meinen Füßen und über mir der Himmel mit seiner Unendlichkeit
Heimat trägt mich – kein Hier
Kein Da, aber Du.

CS

 

 

 

 

 

 

Fragmente

Wäre das Leben
ein Kunstwerk
wer wollte es
vollenden..
beim aufwachsen
an unterschiedlichen
Orten fragmentiert
sich ein Gefühl
für Heimat
verortet sich
ein Gedanke
der sich durch
die Zeiten als
rot blauer Faden
zieht vielleicht auch
in gelb grün beige
die Länge wechselt
mit der Verweildauer
in unseren Genen
liegt die Last
der Vergangenheit
liegt die Lust
in der Gegenwart
dort Zuflucht
zu finden
wo uns eine Heimat
begegnet
dem Platz in uns
an dem wir uns
willkommen fühlen
angenommen..
in uns selbst
angekommen..
dort zu bleiben

Arno Gobbetto

 

 

 

 

 

Heimat

Weiche Worte
Meeresrausch
lassen mich
deine Hand ergreifen
im Fallen der Blätter
auf trautem Weg

Himmelssphäre
sterngespannt
verbindet
mich mit eurem Sehnen
nach Pflugschar und Saatkorn
ohne Grenzen

Rufe klingen
Bruder mein
Schwester du
deine Tränen fließen
die Welt auf den Schultern
sucht ihr mich heim

ba

 

 

 

 

 

 

eine Ecke …

dunkel umwoben
heute die Zypressenallee
und  kälter der Wind,
vielleicht auch stärker …

es sind unsere gleichen Augen,
die wir sehen,
die gleichen Herzen,
deren Pochen wir laut vernehmen …

gleich geblieben ist unser Lachen
und die Wärme unserer Hände,
wie im Traum war es,
all die Träume zu träumen …

Gedanken, flieht!
und verweilt
in der Ecke meines Herzens,
die ich Heimat nenne …

DD

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